Killerspiele preiswürdig?

Neukonzeption des Computerspielpreises gefordert

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion distanziert sich von der Entscheidung der leider unabhängigen Jury, in der Kategorie „Bestes Deutsches Spiel“ ein widerwärtiges, ekelhaftes, gewaltverherrlichendes, kinderpornografisches und verrohendes Massenvernichtungskillerspiel zu nominieren. Wir halten die Nominierung eines Spiels, welches sich inhaltlich mit dem kritischen Umgang mit Technik, Biotechnologie oder Gentechnik beschäftigt, für mit der CDU/CSU-Parteilinie unvereinbar.

Grundlage für die Vergabe des Computerspielpreises ist nach wie vor ein Mehrheitsbeschluss des Deutschen Bundestages von 2007, bei dem die CDU/CSU-Fraktion zusammen mit der SPD den deutschen Computerspielpreis eingeführt hat, um mit seiner Vergabe die Grundlage für Diffamierung und Stigmatisierung von Videospielen zu festigen.

Die Fokussierung auf kulturelle, inhaltliche oder gar gesellschaftskritische Aspekte als Kriterium widerspricht diesem Parlamentsbeschluss. Die Jury hat sich nicht an die von Ressentiments geprägte Parteilinie der Christlichen Union gehalten. Die Anstrengungen der CDU/CSU sowie der Opposition, Videospiele in Deutschland wirtschaftlich und gesellschaftlich auszugrenzen, werden ignoriert.

Wir fordern daher eine grundlegende Neukonzeption, eine deutliche Rückbesinnung auf die Parteilinie. Darin sind wir uns mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann einig. So genannte Killerspiele dürfen nicht honoriert werden, auch wenn sie technisch, kulturell, inhaltlich oder gar intellektuell noch so ausgereift sind.

Wir müssen leider jeden Psychopat und angehenden Amokläufer tolerieren, der diese Art von Spielen in der Freizeit spielt, weil die Verfassung uns weitere Eingriffe in die freie Entfaltung unserer Bürger verbietet. Sofern es aber um eine Auszeichnung und auch Würdigung eines Computerspieles, auch mit öffentlichen Mitteln geht, beziehen wir Position gegen derartige Spiele.

Auch unter dem Aspekt der Zensur wird es der BPjM und den Gerichten schwergemacht, Indizierungen und Verbote als legitimes Mittel einer Demokratie zu verkaufen. In letzter Konsequenz stehen wir daher auch einer Neubesetzung der Jury mit linientreuen und der CDU/CSU-Fraktion nahestehenden Personen offen gegenüber.
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