Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) hat eine ungewöhnliche Begabung: Er kann in die Träume anderer Menschen eindringen und ihre Geheimnisse stehlen. Er nutzt diese Umstände, um mit Industriespionage Geld zu verdienen.
Dann hat jedoch der Chef eines großen Energiekonzerns (Ken Watanabe) einen ungewöhnlichen Auftrag für ihn: Er soll keinen Gedanken stehlen, sondern den Erben seines größten Konkurrenten (Cillian Murphy) beinflussen, das Imperium seines Vaters zu zerschlagen. Dieses Vorgehen wird "Inception" genannt.
Dom Cobb schafft es, auf einem Flug das Opfer zu betäuben und begibt sich zusammen mit einigen Komplizen in dessen Traum. Um das Ziel zu erreichen verschachteln sie mehrere Träume ineinander. Die Situation gerät jedoch außer Kontrolle, als sich herausstellt, dass das Opfer gegen Traummanipulationen trainiert worden ist. In den tieferen Ebenen des Traums stellen sich zusätzlich die Erinnerungen von Dom Cobb in den Weg, die dieser nicht unter Kontrolle hat.
Der Einstig des 148 Minuten langen Filmes gestaltet sich ein wenig langatmig, dient jedoch der Einführung die komplexe fantastische Welt. Dann jedoch, wenn der Film nach recht kurzer Zeit seine eigentliche Handlung beginnt, schafft er es den Zuschauer mit einem parabelförmigen Spannungsbogen (-x²) zu begeistern. Die vielschichtige Welt, in die man entführt wird, bietet das Gerüst für eine der ungewöhnlichsten Geschichten, die je im Kino zu sehen waren und schafft es, in dieser Hinsicht großartiger als Matrix zu sein.
Bemerkenswert sind auch die Charaktere, die von Ellen Page und Tom Hardy gespielt werden, beide schaffen es, auf hohem Niveau einen schauspielerischen Akzent zu setzen. Tom Hardy stellt einen äußerst glaubwürdig kreativen und etwas eigenartigen Charakterimitator dar, während Ellen Page in ihrer Rolle als Frau für komplexe Kontruktionen und Überlegungen glänzt und in gewisser Hinsicht das Rückgrat des Filmes ist, weil sie zusammen mit dem Zuschauer in die ungewöhnliche Materie eingeführt wird.
Die fantastische Welt des Traumes bietet aufgrund ihrer Gesetzlosigkeit ein ungeheures Potential an philosophischen Aspekten, von denen im Film dann leider nur einige wenige betrachtet werden, dagegen wirkt die Szenerie hin und wieder etwas zu actionlastig, auch wenn diese Szenen handwerklich gut gemacht sind.
Denoch ist der Film absolut sehenswert, gerade wegen der fantastischen und komplexen Situationen, und lädt dadurch auch zum mehrmaligen Sehen ein. Bemerkenswert ist außerdem, dass er mit erfrischend unbrutalen Szenen auskommt.